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Unter uns

jahresberichte.

J A H R E S B E R I C H T   2 0 0 9
der Jugend- und Drogenberatungsstelle


Beim Grafeneckart 10, 97070 Würzburg
Telefon 0931.59056

Die wichtigsten Punkte 2009:

  • Umzug
    Seit Ende Dezember 2009 befindet sich die Beratungsstelle nicht mehr Beim Grafeneckart 10 (Wöhrl-Haus), sondern in der Augustinerstraße 2. Die optimale Erreichbarkeit ist aufgrund der Innenstadt-Lage nach wie vor gewährleistet.
  • Personal
    Herr Peter Lutz beendete im November 2009 nach über 30 Jahren seine Tätigkeit an der Beratungsstelle und wechselte in die passive Phase der Altersteilzeit.
    Mutterschutz und Elternzeit einer Kollegin aus dem JVA-Projekt machten 2009 eine Neueinstellung nötig. Durch die Rückkehr einer Kollegin aus der Elternzeit arbeiten seit Oktober 2009 insgesamt 2,67 Fachkräfte im JVA-Projekt. Nicht zuletzt durch die Elternzeit eines Kollegen war es ein schwieriges Jahr, da wir die Hälfte des Jahres in der Beratungsstelle eine volle Stelle weniger zur Verfügung hatten.
  • Zahlen, Drogensymptomatik und soziale Lage der Klienten
    Im Jahr 2009 verzeichneten wir in der JVA bedingt durch den erhöhten Personalstand einen leichten Anstieg der Klientenzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Durch die erfolgte Neueinstellung, die eine umfassende Einarbeitung erforderte sowie den Personalmangel an der Beratungsstelle und den Weggang des Leiters kam es in der Beratungsstelle zu mehrwöchigen Wartezeiten und zu einem leichten Rückgang der Klientenzahlen.
    Nach wie vor machen an der Beratungsstelle die Opiatabhängigen (einschließlich der Substituierten) fast zwei Drittel der Klienten mit einer Drogensymptomatik aus, während diese Gruppe in der JVA lediglich ein Drittel der betreuten Gefangenen bildet.
  • Soziale Lage der Klienten
    Die Wirtschaftskrise wirkte sich 2009 auch weiterhin auf unsere Klienten aus.
    Die Zahl der drogenabhängigen oder -konsumierenden Klienten insgesamt an der Beratungsstelle, die arbeitslos, erwerbsunfähig oder berentet sind, hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert (etwa 55%).
    Auch bei der Gruppe der Opiatabhängigen (einschließlich der Substituierten) liegt der Anteil der Arbeitslosengeld II- oder Grundsicherungs-Empfänger knapp über 60%.
    Stellten wir im vergangenen Jahr fest, dass unsere Klienten kaum vom damaligen wirtschaftlichen Aufschwung profitierten, so waren sie 2008 mit als erste von der Wirtschaftskrise betroffen. Einige Substituierte, die z. B. bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt waren, verloren rasch ihre Arbeitsplätze.
    Fast zwei Drittel der abhängigen oder konsumierenden Klienten befinden sich inzwischen in einem Hilfebezug (Arbeitslosengeld II, Sozialamt). Für die Beratungstätigkeit bedeutet dies, dass in großem Umfang Unterstützung bei gesundheitlichen, finanziellen, juristischen und sozialen Schwierigkeiten erforderlich ist.
  • Realize it!
    Realize it! ist ein Beratungsprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene, die ihren Konsum von Cannabis reduzieren oder einstellen wollen. Seit 2008 bieten wir dieses Programm an der Beratungsstelle an.
    Aufgrund der beschriebenen personellen Situation haben wir lediglich zielgerichtet mit Flyer auf dieses Angebot aufmerksam gemacht, eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
    Das Programm, das bundesweit an Beratungsstellen angeboten wird, umfasst fünf Einzelgespräche sowie eine Gruppensitzung. Unterstützt wird die Teilnahme an dem freiwilligen Beratungsprogramm durch Informationsmaterialien und einem Tagebuch.
  • Substitution
    Die Zahl der Substituierten, die sich in psychosozialer Betreuung befinden, ist unverändert hoch, ähnlich der konstant niedrigen Zahlen der Therapievermittlungen in der Beratungsstelle.
    Sonstige Maßnahmen
    Die Therapievermittlungen haben sich nur leicht reduziert, dagegen stieg die Zahl der geführten Beratungsgespräche deutlich an. Auch der Anstieg von Klienten mit Doppeldiagnosen stellt schwierige Herausforderungen an die Berater. Insbesondere bei der Klientengruppe (< 25 Jahren) bzw. in der Gruppe der substituierten Klienten werden legale bzw. illegale Drogen zur "Selbstmedikation" eingesetzt.

(Zahlen 2009)
1. Klientenzahlen
Klienten an der Beratungsstelle (= B) 411
Klienten in der Justizvollzugsanstalt Würzburg (= JVA) 300
Gesamtzahl Klienten 711


2. Drogensymptomatik 347 Klienten (B) 300 Klienten (JVA)
Opioide (z.B. Heroin, Substitutionsmittel) 61% 32%
Cannabinoide (Haschisch, Marihuana) 14% 18%
Kokain und andere Stimulantien (Ecstasy, Speed, Amphetamine) 13% 33%
Alkohol, Medikamente 8% 12%
Sonstige 4% 5%


3. Ohne Drogensymptomatik (B) 64 Klienten, davon
Jugendberatung 17%
Beratung von Bezugspersonen
(Eltern, Partner usf.)
83%


4. Alter und Geschlecht (B) weiblich
131
männlich
280
unter 17 Jahren 4% 4%
18 bis 24 Jahre 19% 24%
25 bis 39 Jahre 39% 53%
über 40 Jahre 38% 19%


5. Alter und Geschlecht (JVA) weiblich
44
männlich
256
unter 17 Jahren 0% 0%
18 bis 24 Jahre 14% 25%
25 bis 39 Jahre 75% 58%
über 40 Jahre 11% 17%


6. Art der Kontaktaufnahme (B)
Eigeninitiative ohne Vermittlung 55%
Familie, Angehörige, Freunde, Bekannte 3%
Arbeitgeber, Betrieb, Schule 1%
Ärzte, Psychiater, Psychotherapeuten 38%
Krankenhäuser 0%
Andere Beratungsdienste 1%
Justiz 1%
Sonstige 1%


7. Maßnahmen
Beratungsgespräche (B) 1911
Beratungsgespräche (JVA) 1891
Gruppenkontakte (B und JVA: WG-Gruppe, Nachsorgegruppe, Elternkreis, Therapievorbereitungs-Gruppen) 301
Substituierte in psychosozialer Betreuung (B) 202
Vermittlung in stationäre Entzugsbehandlung (B) 27
Vermittlung in Therapieeinrichtungen (B und JVA) 66


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